Kurz gesagt:
Wenn wir über den Strom reden, den ein Laptop verbraucht, denken wir an die Steckdose. Der größere Teil seiner Klimabilanz ist aber längst entstanden, bevor du ihn das erste Mal aufklappst: in der Chipfabrik, bei der Gewinnung von Rohstoffen, in der Montage und beim Transport.
Das Öko-Institut und das Fraunhofer IZM haben im Auftrag des Umweltbundesamts den Lebensweg eines Notebooks durchgerechnet. Das Ergebnis der Studie „Zeitlich optimierter Ersatz eines Notebooks unter ökologischen Gesichtspunkten“ (UBA-Texte 44/2012):
Den größten Anteil an der Herstellung hat die Elektronik: Prozessor, Speicherchips und Mainboard. Ihre Fertigung braucht viel Energie, Reinstwasser und Chemikalien.
Was heißt das für dich? Jedes Jahr, das ein vorhandener Laptop länger im Einsatz ist, verteilt die Herstellungslast auf mehr Nutzungszeit. Und jeder gebraucht gekaufte Laptop ist einer, für den kein neues Gerät gebaut werden muss.
„Aber neue Laptops brauchen doch weniger Strom?“ Stimmt. Nur fällt das kaum ins Gewicht. Die Studie hat genau das untersucht: Wenn ein neues Notebook 10 Prozent energieeffizienter ist als das alte, dauert es zwischen 33 und 89 Jahren, bis der zusätzliche Herstellungsaufwand durch den geringeren Stromverbrauch wieder ausgeglichen ist.
Kein Laptop wird so lange genutzt. Aus Klimasicht ist deshalb klar: Ein funktionierendes Gerät weiter zu nutzen, ist fast immer besser, als es durch ein sparsameres Neugerät zu ersetzen.
Wie groß der Effekt in der Masse ist, hat das Umweltbundesamt 2016 für die Bundesverwaltung durchgerechnet. Würden Notebooks dort sechs statt drei Jahre genutzt, ließen sich in zehn Jahren rund 71.000 Tonnen CO₂ und fast 100 Millionen Euro einsparen. Die Annahme dabei: Ein Drittel der Arbeitsplätze ist mit Notebooks ausgestattet. Das UBA empfiehlt deshalb eine Mindestnutzungsdauer von sechs Jahren für Computer in Behörden.
Was für Behörden gilt, gilt auch zu Hause: Die Nutzungsdauer ist der größte Hebel. Und ein Business-Laptop, der in einer Firma drei Jahre gelaufen ist, kann bei dir problemlos weitere Jahre arbeiten. Genau das ist die Idee hinter unseren gebrauchten Business-Laptops.
Laut dem Global E-waste Monitor 2024 von ITU und UNITAR sind weltweit im Jahr 2022 rund 62 Millionen Tonnen Elektroschrott angefallen. Nur 22,3 Prozent davon wurden nachweislich ordnungsgemäß gesammelt und recycelt. Bis 2030 rechnet der Bericht mit 82 Millionen Tonnen.
Recycling ist wichtig, aber es holt nur einen Teil der Rohstoffe zurück, und es kostet selbst Energie. Viel effizienter ist es, ein Gerät gar nicht erst zu Schrott werden zu lassen. Mehr über den Weg vom Altgerät zum geprüften Gebrauchtgerät liest du in unserem Artikel Grüne Tech: Wie refurbished Geräte die Umwelt entlasten.
Ein „grünes“ Etikett allein macht noch keinen nachhaltigen Laptop. Achte lieber auf diese Punkte:
Wie du einen Laptop-Akku selbst tauschst, zeigt Laptop-Akku prüfen und wechseln.
Bei Smartphones ist der Effekt ähnlich. Hersteller veröffentlichen für viele Modelle eigene Umweltberichte, und auch dort entfällt der größte Teil der Emissionen meist auf die Herstellung. Ein Smartphone länger zu nutzen, den Akku zu tauschen oder gebraucht zu kaufen, bringt deshalb mehr als jedes Stromsparen im Alltag. Wie viel Rohstoffe und Energie in einem neuen Smartphone stecken, beschreiben wir im Artikel Die dunkle Seite deines neuen Smartphones. Geprüfte Geräte findest du bei unseren gebrauchten Smartphones.
Geprüfte Gebrauchttechnik ist unser Kerngeschäft. Dazu kommt, wie wir arbeiten:
Alle Details findest du auf unserer Seite zum Klimaschutz bei SecondBuy. Wie die Aufbereitung im Alltag abläuft, zeigt der Blick hinter die Kulissen.
Ein nachhaltiger Laptop ist vor allem einer, der lange genutzt wird. Weil die Herstellung den größten Teil der Klimabilanz ausmacht, bringt ein sparsameres Neugerät erstaunlich wenig, während jedes zusätzliche Nutzungsjahr zählt. Gebraucht kaufen, robuste und reparierbare Business-Geräte wählen, Akkus tauschen statt Laptops wegwerfen und Altgeräte richtig weitergeben: Das sind die Hebel, die wirklich wirken.
Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamts beziffert den Anteil der Herstellung auf knapp 56 Prozent der Treibhausgase eines Notebooks über fünf Jahre, das sind rund 214 Kilogramm CO₂-Äquivalente. Werte für einzelne Modelle veröffentlichen viele Hersteller in eigenen Umweltdatenblättern.
In aller Regel ja. Für einen gebrauchten Laptop wird kein neues Gerät hergestellt, und die Herstellung ist der größte Posten in der Klimabilanz.
Das hängt von Bauweise und Pflege ab. Business-Laptops sind für viele Jahre Dauereinsatz gebaut. Das Umweltbundesamt empfiehlt Behörden, Computer mindestens sechs Jahre zu nutzen.
Aus Klimasicht meist nicht. Bei 10 Prozent mehr Energieeffizienz würde es laut UBA-Studie 33 bis 89 Jahre dauern, bis sich die Herstellung des neuen Geräts ausgleicht.
Weitergeben, wenn er noch funktioniert. Sonst Daten löschen und kostenlos an einer Sammelstelle abgeben. Akkus gehören nie in den Hausmüll.
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