Kurz gesagt:
Dein Smart Home hat ein Problem: Die Thermostate hören auf die eine App, die Lampen auf die zweite, die Steckdosen auf die dritte. Und alle schicken deine Daten irgendwohin in die Cloud. Viele Bastler lösen das mit einem kleinen Rechner, der rund um die Uhr im Flur steht und alles zusammenführt. Er muss nicht schnell sein. Er muss leise, sparsam und zuverlässig sein.
Genau hier kommt ein Gerät ins Spiel, das eigentlich für Großraumbüros gebaut wurde. In Firmen saß der Dell Wyse 5070 jahrelang hinter Monitoren und hat nur das Bild eines entfernten Servers angezeigt. Ausgemustert wird er zu einem der günstigsten Einstiege in den eigenen Heimserver.
Der Dell Wyse 5070 ist ein Thin Client, also ein kleiner Rechner, der in Firmen als Zugangsgerät zu Servern und Cloud-Arbeitsplätzen dient. Technisch steckt aber ein vollwertiger kleiner PC mit Intel-Prozessor darin:
In unserem Ratgeber Mini, SFF oder Tower raten wir vom Thin Client als normalem Arbeitsplatz ab. Dabei bleibt es. Als Server im Flur ist er aber eine ganz andere Geschichte.
Ein Mini-PC als Server muss vor allem drei Dinge können: still sein, wenig Strom ziehen und wenig Platz brauchen. Der Wyse 5070 erfüllt alle drei.
Nicht umsonst greifen viele Admins auch privat zu ausgemusterter Business-Hardware. Warum, erklären wir in Warum Tech-Profis auf Refurbished setzen.
Drei Projekte laufen auf dem Wyse 5070 besonders gut, und alle drei kommen ohne viel Rechenleistung aus.
Home Assistant ist eine freie Smart-Home-Zentrale. Sie bringt Geräte vieler Hersteller in einer Oberfläche zusammen, und viele Automationen laufen lokal, ganz ohne Cloud. Das Licht geht an, wenn die Haustür aufgeht. Die Heizung senkt ab, wenn das Fenster offen ist. Für Funkstandards wie Zigbee oder Thread brauchst du zusätzlich einen passenden USB-Funkstick.
Programme wie Pi-hole oder AdGuard Home filtern Werbung und Tracker für alle Geräte im Netzwerk, auch für Smart-TV, Spielekonsole und Handy. Der Wyse übernimmt dafür die Rolle des DNS-Servers, also des Adressbuchs deines Netzwerks. Unerwünschte Adressen schlägt er einfach nicht nach. AdGuard Home lässt sich sogar direkt in Home Assistant nachinstallieren.
Eine externe Festplatte am USB-3.0-Anschluss macht den Wyse zum kleinen Sicherungsziel für Familienfotos. Ein vollwertiges NAS mit gespiegelten Festplatten ersetzt er nicht. Beliebt ist außerdem ein VPN-Zugang wie WireGuard, mit dem du unterwegs sicher auf dein Heimnetz zugreifst.
Der Wyse 5070 hat drei Schwachstellen, die du vor dem Kauf kennen solltest.
Und klar: Für Spiele, Videoschnitt oder ein Dutzend virtuelle Maschinen ist der kleine Vierkerner nicht gebaut.
Mit zwei Upgrades wird aus dem Wyse 5070 ein entspannter Dauerläufer: 8 GB Arbeitsspeicher und eine M.2-SSD.
So kommt Home Assistant auf den Wyse 5070. Die ausführliche Anleitung findest du in der offiziellen Home-Assistant-Dokumentation unter „Generic x86-64“.
Wer mehrere Dienste unabhängig voneinander betreiben will, installiert stattdessen ein normales Linux wie Debian und richtet die Programme dort ein. Für den Einstieg ist Home Assistant OS der einfachste Weg.
Der Raspberry Pi ist der Klassiker unter Smart-Home-Bastlern, der Wyse 5070 oft die bequemere Wahl. Der Vergleich:
Unser Tipp: Für reine Software-Dienste wie Home Assistant, Werbeblocker und VPN nimm den Wyse. Wer Sensoren anlöten will, nimmt den Pi. Und wenn du später mehr Leistung brauchst, etwa für einen Medienserver, schau dir unsere kompakten Mini-PCs und Büro-PCs an.
Den Dell Wyse 5070 gibt es bei uns in zwei Varianten, Stand Oktober 2026, Preise ändern sich:
Beide findest du bei den Dell-PCs im Shop. Dazu kommen 30 Tage Rückgaberecht und kostenloser Versand innerhalb Deutschlands. Und ein angenehmer Nebeneffekt: Ein Gerät, das weiterläuft, statt im Recycling zu landen, ist genau die Art von längerer Nutzung, um die es in Nachhaltiger Laptop: Wie viel CO₂ steckt drin? geht.
Der Dell Wyse 5070 ist kein PC für den Schreibtisch, aber ein ausgezeichneter Heimserver für wenig Geld. Er ist lüfterlos, braucht im Leerlauf laut Dell nur rund 4,6 Watt und hat genug Leistung für Home Assistant, Werbeblocker und VPN. Seine Schwächen sind der knappe Arbeitsspeicher und der kleine interne Speicher. Beides behebst du mit einem 8-GB-Modul und einer M.2-SSD mit SATA-Schnittstelle. Wer keine Sensoren löten will, fährt damit oft bequemer als mit einem Raspberry Pi.
Ja. Home Assistant OS gibt es für normale Intel- und AMD-Rechner, die per UEFI starten. Ein sparsamer Mini-PC oder Thin Client wie der Wyse 5070 ist dafür sogar besonders beliebt, weil er leise und rund um die Uhr läuft.
Ja, für den Hausgebrauch sehr gut. Smart-Home-Zentrale, Werbeblocker, VPN oder kleines Backup-Ziel brauchen wenig Rechenleistung. Wichtiger sind ein geringer Stromverbrauch und ein leiser Betrieb.
Mit einem schlanken Linux klappen Surfen und Schreiben, schnell ist das aber nicht. Für den normalen Arbeitsplatz ist ein Mini-PC mit Windows 11 die bessere Wahl. Den Thin Client nutzt du lieber als Server.
Dell gibt für die schlanke Bauform im Leerlauf 4,6 Watt an. Rund um die Uhr sind das gut 40 Kilowattstunden im Jahr. Mit Last und angeschlossenen USB-Geräten steigt der Wert etwas.
Ja. Er hat zwei Steckplätze für DDR4-Arbeitsspeicher, laut Dell bis 8 GB, und einen M.2-Steckplatz für SSDs mit SATA-Schnittstelle. NVMe-SSDs passen nicht.
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